Keine neuen Tagebaue in der Lausitz ! Nowym brunicowym jamam zadoraś!

karte lausitzer revier 2017Nach zehn Jahren Widerstand hat der Lausitzer Bergbaukonzern LEAG im März 2017 die Pläne für drei neue Tagebaue aufgeben. Doch etwa 1.000 Menschen sollen noch immer für Braunkohle umgesiedelt und ca. eine Milliarde Tonnen Treibhausgase ausgestoßen werden. Das Grundwasser wird durch Tagebaue weiter abgesenkt und verunreinigt. Folgekosten drohen auf die Allgemeinheit abgewälzt zu werden. Auch der Bericht der "Kohlekommission" Anfang 2019 hat für die Lausitz wesentliche Fragen offengelassen. Wir kämpfen für den Erhalt der Dörfer, gegen den Aufschluss neuer Abbaugebiete und ein klares Abschaltdatum für die ältesten Kraftwerksblöcke!

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Stromkunden vergolden Kraftwerksstilllegung in Jänschwalde

Cottbus/Jänschwalde, 30.09.2019. Zur heutigen Stilllegung des Blockes E des Kraftwerkes Jänschwalde fordert der Umweltverband GRÜNE LIGA, bei künftige Kraftwerksstillegungen den Betreibern keine Geschenke mehr zu machen.

„Der LEAG-Konzern wird für die heutigen Abschaltung fürstlich von der Bundesregierung belohnt. Wir hoffen, dass das Unternehmen die jährlich dreistelligen Millionenbeträge tatsächlich in der Region verwendet. Die Mahnwache der Mitarbeiter darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit der heutigen Abschaltung ein Vorschlag der Gewerkschaft IGBCE umgesetzt wird.“

Mit Blick auf die bevorstehenden Verhandlungen zwischen LEAG und Bundesregierung über den Zeitpunkt der Abschaltung weiterer Blöcke ergänzt Schuster: „Künftige Deals müssen preiswerter und transparenter für Steuerzahler und Stromkunden werden. Während die Region beim Strukturwandel unterstützt werden muss, darf es keine Geschenke an die zwei privaten LEAG-Eigentümer geben.“

Insgesamt fließen 1,61 Milliarden Euro für insgesamt 2,7 Gigawatt Sicherheitsbereitschaft an die Kraftwerksbetreiber, damit etwa 600 Millionen Euro an die LEAG.

Hintergrund:

Im Dezember 2014 beschloss das Bundeskabinett, zur Erreichung des Klimaschutzzieles 2020 weitere Maßnahmen einzuleiten. Das Bundeswirtschaftsministerium schlug dazu im März 2015 die Einführung eines Klimabeitrags für ältere Kohlekraftwerke vor. Ziel des Konzeptes war es, die Kohlekraftwerke nicht mehr so hoch auszulasten, sondern ihren Betrieb auf Zeiträume mit höherem Strom-Großhandelspreis zu beschränken. Die Zahlung eines Klimabeitrages sollte dazu die variablen Kosten entsprechend erhöhen. Es gab massiven und koordinierten Widerstand der Braunkohleländer und Gewerkschaften gegen das Konzept. Die Bundespolitik knickte schließlich vor der Kohlelobby ein und einigte sich auf ein Modell, dass von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE) vorgeschlagen und von den Braunkohleländern unterstützt worden war: Bundesweit 2.700 MW sollen für jeweils vier Jahre als Sicherheitsbereitschaft vorgehalten und vergütet und danach stillgelegt werden. Wenig später begannen Gewerkschaft wie Landesregierung, die Umsetzung ihres eigenen Vorschlages als plötzlichen Eingriff der Bundesregierung darzustellen.

Bereits bei der Stilllegung des Blockes F vor einem Jahr hat die GRÜNE LIGA ein Hintergrundpapier zum Kraftwerksstandort Jänschwalde herausgegeben, das hier abrufbar ist: Das Papier konnte die Aussagen der Kohlekommission vom Januar 2019 noch nicht berücksichtigen. Es ist jedoch weiterhin gültig, da der Kommissionsbericht die notwendige Klarheit über die Laufzeit der verbleibenden vier Blöcke nicht herbeigeführt hat.

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Lausitzer Kohlerundbrief