Tagebau Turów zunächst für sechs Jahre genehmigt – Stadt Zittau geht in Widerspruch

(Kohlerundbrief vom 02.04.2020:) Die polnischen Behörden haben am 20. März die Kohleabbaukonzession für den umstrittenen Tagebau Turów verlängert. „Sie haben dies in aller Stille gemacht und trotz des Widerstands der Tschechischen Republik, der Europaabgeordneten und der Tschechen und Deutschen aus den Grenzstädten. Auf diese Weise vertieft Polen den Klimawandel und gefährdet die Beziehungen zu seinen Nachbarn in Zeiten, in denen Solidarität besonders nötig ist.“ kritisiert die polnische Umweltorganisation Eco-unia auf ihrer Webseite.

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Ekounia-Petition gegen polnischen Tagebau Turów

(Kohlerundbrief vom 11. Februar 2020:) Der Tagebau Turów an der tschechisch-polnisch-deutschen Grenze wurde gegen großen politischen Widerstand, vor allem aus Tschechien, genehmigt. PGE soll bis zum Jahr 2044 weiter Braunkohle abbauen dürfen. Für das Kraftwerk steht die Genehmigung eines neuen Blocks noch aus. Neben der fatalen klimapolitischen Wirkung bewirken Tagebau und Kraftwerk z.B. Grundwasserentzug in Tschechien und Deutschland, ausgestoßene Luftschadstoffe würden sich vor allem in Deutschland auswirken. Die polnische Umweltorganisation Eko Unia hat gemeinsam mit anderen daher eine Petition gestartet, die hier auf Deutsch verfügbar ist, und auch ausführliche Hintergrundinformationen enthält. Sie soll vor allem dabei helfen, auf EU-Ebene Aufmerksamkeit für den Fall zu bekommen.

Tschechisches Ministerium gegen polnischen Tagebau Turów bei Zittau

(Kohlerundbrief vom 10. Dezember 2019:) Der geplante Ausbau des Braunkohlebergwerks Turów gibt auf tschechischer Seite seit langem Anlass zu großer Sorge. Jetzt hat auch das tschechische Umweltministerium eine negative Stellungname zur Verlängerung des Tagebaus abgegeben.

Zunächst hatten die Bewohner der an den Tagebau angrenzenden Region in einem Brief an das Ministerium vor allem Probleme der Grundwasserabsenkung und Trinkwassergewinnung angesprochen. Polen behauptet seit Jahren, dass der Wasserverlust in der Tschechischen Republik nichts mit einem Tagebau zu tun hat. Bisher haben sich tschechische Kommunalbeamte recht diplomatisch über das benachbarte Kraftwerk und den Tagebau geäußert. Als jedoch die grenzüberschreitende Konsultation zur Umweltverträglichkeitsprüfung stattfand, nahmen die Aktivitäten der tschechischen Seite ein nationales Format an. Damit begannen für den polnischen Tagebaubetreiber PGE ernsthafte Probleme. Die aktuelle Konzession läuft am 30. April 2020 aus. Dann soll die beantragte Laufzeit von weiteren 24 Jahren (bis 2044) beginnen. Der tiefste Punkt der Grube würde dabei ca. 330 m unter der Oberfläche liegen.

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Tagebau Turów: grenzüberschreitendes Beteiligungsverfahren

(Kohlerundbrief vom 28. März 2019:) Zur geplanten Erweiterung des polnischen Tagebaues Turów an der Neiße bei Zittau läuft derzeit eine grenzüberschreitende Öffentlichkeitsbeteiligung. Bis zum 23. April können Bürger Einsicht in die Antragsunterlagen nehmen sowie Stellungnahmen und Hinweise an die zuständige polnische Behörde senden. Die Beteiligung der Öffentlichkeit findet auf deutscher Seite bisher nur im Freistaat Sachsen statt. Die Brandenburger Behörden sehen es offenbar nicht als erforderlich an, die Öffentlichkeit ebenfalls einzubeziehen, obwohl sich das Vorhaben insbesondere im Havariefall auf die Neiße und damit auch flussabwärts in Brandenburg auswirken kann. Darüber hinaus könnten die Wasserentnahmen aus der Neiße nach Einstellung des Tagebaus Turów auch Auswirkungen auf die Flutung des Brandenburger Tagebaus Jänschwalde haben.

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