Die Hälfte des Wasserverbrauchs von Berlin verdunstet durch Tagebauseen

(Kohlerundbrief vom 28. August 2019:) Während die Lausitz seit Monaten unter Trockenheit zu leiden hat, wurde nun bekannt, dass die Verdunstung von Wasser aus den Tagebauseen um etwa 20 Prozent weiter ansteigen soll. Auf Anfrage der Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke und Heide Schinowsky (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte die Landesregierung, dass derzeit von einer mittleren jährlichen Verdunstung von 92,5 Mio. m³ bzw. von 2,97 m³/s bei einer aktuellen Seefläche von ca. 12.500 ha ausgegangen wird. Nach Auslaufen des Braunkohlentagebaus werde sich eine Gesamtwasserfläche von ca. 15.000 ha Seenfläche in der Lausitz einstellen. Die Verdunstung wird sich bei ca. 3,57 m³/s liegen.


„Wenn man sich vor Augen führt, dass der Wasserverbrauch von Berlin bei ca. 200 Millionen m³ liegt, verdunstet alleine durch die Tagebauseen in der Lausitz die Menge Wasser, die die Metropole Berlin in einem halben Jahr verbraucht.“ kritisiert der umweltpolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion Benjamin Raschke und fordert ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für die Lausitz.
Aus Sicht der GRÜNEN LIGA ist allerdings darauf hinzuweisen, dass beim prognostizierten Verdunstungsanstieg offenbar auch die geplanten Seen der Tagebaue Jänschwalde, Nochten und Welzow mitgerechnet sind. Die Herstellung und Flutung dieser Seen ist noch nicht genehmigt und muss vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise in der Lausitz dringend überprüft werden. Gegen die Genehmigung zur Flutung des „Cottbuser Ostsees“ wurden nach unserer Kenntnis zwei Klagen beim Verwaltungsgericht eingereicht.
Antwort auf Kleine Anfrage Wasserhaushalt Lausitz
Flutungsstand Brandenburgische Lausitz

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Lausitzer Kohlerundbrief